Anhänger des wissenschaftlichen Kreationismus sind darum bemüht,
den Anschein zu erwecken, dass sie die evolutionistische Theorien nicht alleine
aus dogmatischen Gründen ablehnen. Sie behaupten, sie könnten Evolutionstheorien
wissenschaftlich entkräften und sehen sich selbst als Schöpfungswissenschaft,
die zwei Hauptanliegen verfolgt:
ein Destruktives und ein Konstruktives.
Das Destruktive besteht darin, Erklärungslücken und
andere vermeintliche Defizite der Evolutionstheorie aufzudecken.
Zwar wird behauptet, dass die wissenschaftlichen Beobachtungen
im Rahmen der Biologie, Paläontologie und Geologie
mit den Aussagen des ATs übereinstimmen. Den Kreationisten zufolge werden
diese jedoch falsch gedeutet - die Erkenntnisse,
die daraus gezogen werden sind nicht richtig.
Ihre eigenen Thesen versuchen sie wissentschaftlich zu untermauern.
Ein Beispiel wäre die These, unsere Erde sei erst wenige tausend Jahre
alt.
Dabei berufen sich die Kreationisten nicht nur auf die in Gen verkündeten
Ahnenreihen, sondern auch auf "wissenschaftliche " Erkenntnisse :
Bekanntlich entstehen beim radioaktiven Alphazerfall Helium-Atomkerne. Da das
Element Helium in der Atmosphäre nur äußerst selten vorkommt,
kann dieser Vorgang erst seit wenigen tausend Jahren ablaufen. Somit - so schlussfolgern
die Kreationisten- kann die Erde nur wenige tausend Jahre alt sein.
Dieses Argument gründet -wie fast alle kreationistisch-wissenschaftlichen
Argumente- auf einem Irrtum.
Wir finden nur so geringe Heliummengen in der Atmosphäre, weil es ständig
ins Weltall entweicht. Helium ist zu leicht
um von der Gravitationskraft der Erde gehalten zu werden.
Das konstruktive Anliegen besteht darin, eine über die
Aussagen in Genesis hinausgehende Schöpfungstheorie zu entwickeln,
die der Evolutionstheorie als Alternative mit angeblich größerer
Erklärungskraft gegenübersteht.