Christliche Liebe heißt Nächstenliebe. Doch wer Gott und seinen
Nächsten lieben will, muss auch sich selbst lieben können. Liebe heißt
sich anderen Menschen hinzugeben, ohne diese vereinnahmen zu wollen. Liebe ist
mehr als nur Almosen geben, Liebe ist geben und Empfangen zugleich.
Das lateinische Wort für (Nächsten-) Liebe: „caritas“
war auch Namensgebend für den katholischen Caritasverband, der sich für
Arme, Kranke, Familien und andere Bedürftige einsetzt. Aber nicht nur Wohlfahrtsverbände,
wie die Caritas setzen sich für das Wohl Anderer ein, es gab schon immer
auch einzelne Wohltäter, die ihre Nächstenliebe rückhaltlos praktizierten.
Eines der bekanntesten Beispiele dafür ist wohl Mutter Theresa: Sie gründete
den Orden der Missionarinnen der Nächstenliebe, die sich gemeinsam rückhaltlos
für die Armen und Ärmsten der „hoffnungslosen“ Stadt Kalkutta
einsetzen. Mutter Theresa gab Hungernden eine warme Mahlzeit, Sterbenden ein
Bett und vor allem schenkte sie allen ihr Mitgefühl und ihre Anteilnahme
an deren Schicksal. Mutter Theresa beschränkte ihr Leben auf die zum Überleben
notwendigsten Dinge, denn ihr Einsatz für die Armen und Schwachen brachte
ihrem Leben größere Bereicherung als jeglicher Reichtum und Luxus.
Nächstenliebe ist die Begegnung mit Jesus im Einsatz für die Armen
und Bedürftigen.
Die Liebe zu uns selbst, zum Nächsten und zu Gott ist es, die unseren Glauben
ausmacht. Ohne diese Liebe gäbe es keine Hoffnung auf ein gutes Ende durch
Gott und kein Vertrauen in das Gute an sich.
“Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, am größten jedoch unter ihnen ist die Liebe.“ (1. Kor 13,13)
Nicole Kaiser, 03.04.2003, GK Religion