~ Glauben~

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2. Vertrauen & Glauben

  1. Urvertrauen
    So, wie die Mutter ihr Kind beruhigt und es tröstet, dass alles gut wird, garantiert auch Gott uns, dass alles in Ordnung ist.
    Zwar ist es eine Illusion, dass auf der Welt ALLES in Ordnung ist, aber trotzdem ist genau dieses Vertrauen, das wir in unsere Umwelt setzen dürfen, diese Erfahrung des „Sich-Verlassen-Dürfen“ auf Eltern, Freunde, usw. in der Kindheit, eine der wichtigsten Voraussetzungen für unsere Persönlichkeitsentfaltung.
    Genauso, wie wir an einen nicht greifbaren und sichtbaren Gott glauben, glauben wir, dass trotz des in der Welt herrschenden Chaos alles gut wird. Dadurch können wir eine positive Einstellung zu uns selbst und gegenüber unseren Mitmenschen und der Welt entwickeln uns somit im Vertrauen auf uns und unsere Mitmenschen unsere Persönlichkeit entfalten.
    Die Verletzung des Urvertrauens kann dazu führen, dass sich betroffene Personen von ihrer Umwelt und ihren Mitmenschen und somit in sich selbst zurückziehen und unter psychotischen Zuständen leiden. Dieses Urmisstrauen kann durch eine Psychotherapie geheilt werden, indem man das Vertrauen und „Sich-Verlassen-Dürfen“ der Patienten ganz langsam und Schritt für Schritt zurückgewinnt.
    Urvertrauen besitzt transzendenten Charakter, denn niemand weiß woher die Selbstverständlichkeit kommt, mit welcher ein Kind seiner Mutter vertraut. Aber genau dieses „automatische“ Vertrauen ist es, das uns dieses komplexe Gefühl, dass alles in Ordnung ist und unser Identitätsgefühl ermöglicht.

  2. Glauben und Gemeinschaft
    Eine Gemeinschaft entsteht durch gemeinsamen Glauben (Kirche, Religion) oder gemeinsame Interessen (Clubs, Vereine, etc.). Zwar sind gleiche Interessen notwendig dass solch eine Gemeinschaft entstehen kann, aber viel wichtiger sind Glaubwürdigkeit und Vertrauen untereinander, dass diese Gemeinschaft auch bestehen kann. Dass eine Gemeinschaft funktionieren kann, müssen die Mitglieder zusammenarbeiten und diese Zusammenarbeit kann nur klappen, wenn eine vertrauensvolle Kommunikation untereinander möglich ist, und wenn jeder einzelne seine Aufgaben zuverlässig erledigt. Schon die Unzuverlässigkeit eines einzelnen ist ein Missbrauch des Vertrauens der anderen und kann negative Folgen für die ganze Gemeinschaft mit sich bringen. Genauso wie in einer großen Gemeinschaft, muss auch die Beziehung und Liebe zwischen zwei Menschen auf Vertrauen basieren, dass sich ein Gefühl der Geborgenheit entstehen kann und jeder sich dem anderen ohne Bedenken anvertrauen kann.
Nicole Kaiser, 27.03.2003, GK Religion

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